Reglement Branchenstandard Nachhaltige Schweizer Milch

1.      Generelles

1.1      Ziel und Zweck

Der Branchenstandard für nachhaltige Schweizer Milch bezweckt:

—        Eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Produktion und Verarbeitung von Schweizer Milch.

—        Eine vorteilhafte Positionierung von Schweizer Milchprodukten bei Konsumentinnen und Konsumenten.

—        Einen monetären Mehrwert entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis zum einzelnen Milchproduzenten.

1.2      Trägerschaft

Die Branchenorganisation Milch ist Träger des Branchenstandards Nachhaltige Schweizer Milch, kurz BNSM. Im Verein sind die wichtigsten milchwirtschaftlichen Organisationen und Unternehmen der Schweiz zusammengeschlossen: ip-lait.ch

1.3      Geltungsbereich

Die BNSM-Milch muss vollständig in der Schweiz erzeugt und verarbeitet worden sein. Das Gebiet der Schweiz definiert sich dabei gemäss Art. 48 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Schutz von Marken und Herkunftsangaben MSchG und Art. 2 der Verordnung über die Verwendung von schweizerischen Herkunftsangaben für Lebensmittel HasLV.

1.4      Mitgeltende Unterlagen und Dokumente

Weitere Unterlagen der BO Milch und Zuständigkeit für BNSM:

—        Statuten (Delegiertenversammlung)

—        Organisationsreglement (Delegiertenversammlung)

—        Sanktionsreglement (Vorstand)

—        Weisung Nachweise und Umsetzung der Anforderungen BNSM (Vorstand)

—        Weitere Weisungen (Vorstand)

—        Liste der anerkannten Zertifizierungsstellen (Geschäftsstelle)

—        Liste beauftragter Kontrollstellen erste Produktionsstufe (Geschäftsstelle)

Die Unterlagen sind unter ip-lait.ch abrufbar.

Die Anhänge 1 bis 5 sind integraler Bestandteil dieses Reglements.

1.5      Anwendung der Kennzeichnung

Milchprodukte und verarbeitete Produkte mit Milchbestandteilen können mit der Kennzeichnung der Trägerschaft BNSM ausgezeichnet werden, sofern die Anforderungen gemäss diesem Reglement und gemäss den Bestimmungen des Markenreglements eingehalten sind. Zur Anwendung der Kennzeichnung BNSM ist jedes Unternehmen berechtigt, welches milchhaltige Lebensmittel schweizerischer Herkunft verkauft oder verarbeitet. Das Unternehmen muss sicherstellen können, dass es die Anforderungen gemäss Kapitel 3 umsetzt und einhält und dass für die von ihm verarbeitete Milch die allgemeinverbindlich erklärten Marketingabgaben eingezahlt werden.

1.6      Qualitätssicherung

Die BO Milch unterhält ein System zur Koordination und Weiterentwicklung von BNSM (Qualitätssicherung).

1.7      Organe

Die BO Milch als Trägerin von BNSM verfügt über folgende Organe und Stellen:

—        Delegiertenversammlung

—        Vorstand

—        Sanktionskommission

—        Begleitgruppen

—        Geschäftsstelle

Die Funktionen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind im Organisationsreglement der BO Milch festgelegt.

2.      Definitionen und Begriffe

Definitionen, Begriffe und Abkürzungen gemäss Anhang 1 des vorliegenden Reglements und gemäss der Lebensmittelgesetzgebung.

3.      Anforderungen

3.1      Grundsatz

Die gesetzlichen Anforderungen sind, unabhängig von BNSM, in Selbstkontrolle zu erfüllen. Ihre Überprüfung obliegt den staatlichen Organen.

3.2      Anforderungen Produktion

Für BNSM gelten die Anforderungen gemäss Anhang 3.

3.3      Anforderungen Erstmilchkauf und Verarbeitung

Für BNSM gelten die Anforderungen gemäss den Anhängen 4 und 5. Warenfluss und erforderliche Nachweise gemäss Anhang 2.

4.      Überprüfung der Einhaltung der Anforderungen

4.1      Stufe Milchproduktion

4.1.1       Grundsätze

Die Einhaltung der Anforderungen BNSM wird soweit wie möglich im Rahmen der Programme des Bundes, über vorhandene Daten und im Rahmen von Selbstkontrollen überprüft und gemäss Ziffer 6 sanktioniert.

Ab 1. Juli 2020 wird die Einhaltung der Anforderungen BNSM zusätzlich über von der BO Milch beauftragte landwirtschaftliche Kontrollstellen, die auch die Programme des Bundes kontrollieren, überprüft.

Ohne Teilnahme an den Programmen des Bundes (ÖLN, BTS und RAUS) kann der Nachweis der Erfüllung der Anforderungen auch von einzelnen Milchproduzenten direkt erbracht werden. Sie haben dazu alle vier Jahre einen Bericht einer Kontrollstelle vorzulegen, die auch die Programme des Bundes prüft.

Die Daten und das Ergebnis der Kontrollen werden in der DB Milchregistriert. Darauf haben der Erstmilchkäufer oder eine von ihm beauftragte Stelle Zugriff, sofern der Milchproduzent die Daten explizit freigegeben hat. Die Daten sind ausschliesslich für den Zweck von BNSM zu verwenden. Widerruft der Milchproduzent den Zugriff auf seine auf DB Milch gesammelten Daten, kommt Ziffer 6 des Reglements zur Anwendung.

4.1.2       Kontrolldaten

Der Nachweis über die Erfüllung der Anforderungen auf der Stufe der Produktion von Milch wird über die DB Milch erbracht. Die erforderlichen Nachweise sind in der Weisung des Vorstandes der BO Milch «Nachweise und Umsetzung der Anforderungen» aufgeführt.

4.1.3       Kontrollkosten

Die Kontrollkosten trägt der Kontrollierte.

4.2      Stufe Erstmilchkauf und Verarbeitung

4.2.1       Grundsätze

Der Erstmilchkäufer oder die beauftragte Stelle prüfen, ob der Milchlieferant die Anforderungen einhält. Der Erstmilchkäufer führt Abklärungen bei Nichterfüllung der Anforderungen durch und wirkt bei der Kommunikation mit. Während der ersten vier Jahre nach Einführung des BNMS ist das Vornehmen einer Massenbilanz zulässig. Das heisst, er verkauft nachweislich nur so viel BNSM-Milch, wie er bei seinen Produzenten einkauft.

Die Verarbeiter beziehen die Milch als Erstmilchkäufer oder von Erstmilchkäufern, die im Prozess mitwirken. Die Milchkäufer aller Stufen bezahlen den Zuschlag für BNSM (Anhang 5). Für Milch von Betrieben, die die BNSM-Anforderungen nicht erfüllen, ist kein Zuschlag zu zahlen.

Die Rückverfolgbarkeit von Milch und Halbfabrikaten ist durch die Qualitätssicherungssysteme über alle Stufen lückenlos zu gewährleisten.

4.2.2       Zertifizierung

Erstmilchkäufer und Verarbeiter von BNSM-Milch lassen sich zertifizieren. Sie beaufragen dafür eine von der BO Milch anerkannte Zertifizerungsstelle. Die BO Milch publiziert eine Liste der anerkannten Zertifizierungsstellen.

Gegenstand der Zertifizierung ist der Nachweis, dass die Anforderungen auf Stufe des Erstmilchkaufs und der Verarbeitung sowie die Massenbilanz erfüllt sind. Erstmilchkäufer und Verarbeiter haben dazu Folgendes vorzukehren und die entsprechenden Nachweise zu erbringen:

a)    Solange die Massenbilanz gilt (während der ersten vier Jahre nach Einführung des BNMS), ist sicherzustellen, dass die äquivalente Menge Milch, welche als BNSM gehandelt, verarbeitet oder vermarktet wird, nach den Richtlinien BNSM produziert worden ist.

b)    Wird die Milch über mehrere Stufen gehandelt, müssen die Anforderungen über alle Stufen eingehalten werden.

c)    Der Zertifizierungsstelle ist Zutritt zu sämtlichen Räumlichkeiten zu gestatten, soweit dies für die Überprüfung von BNSM erforderlich ist.

d)    Der Zertifizierungsstelle sind jederzeit die verlangten Auskünfte zu erteilen, die relevanten Belege lückenlos vorzulegen und Einsicht in relevante Datenbanken zu geben.

4.2.3       Gültigkeitsdauer des Zertifikates

Das Zertifikat wird aufgrund des Zertifizierungsaudits grundsätzlich für die Dauer von zwei Jahren ausgestellt. Die Zertifizierungsstellen können während der Gültigkeitsdauer des Zertifikats Zwischenkontrollen durchführen.

4.2.4       Zertifikat und Benutzungsberechtigung

Dass die Verarbeiter ihre Anforderungen erfüllen, lassen sie mittels Zertifizierungsstelle verifizieren. Die Zertifizierungsstelle übermittelt das aktuelle Zertifikat an die Geschäfsstelle der BO Milch. Die Geschäftsstelle stellt aufgrund des Zertifikates die Berechtigung zur Kennzeichnung aus.

4.2.5       Zertifizierungskosten

Die Kosten für Kontrolle und Zertifizierung trägt der Auditierte.

5.      Kennzeichnung

Die unter Ziffer 1.4 erwähnte Kennzeichnung gehört der BO Milch. Die Regelung der Art und der Grundsätze der Kennzeichnung BNSM liegt in der Kompetenz des Vorstandes der BO Milch.

6.      Sanktionen

Der Vorstand erlässt ein Sanktionsreglement, das durch die Sanktionskommission der BO Milch angewendet wird. Nur wenn ein Zertifikat ausgestellt wird, dürfen Milch und Milchprodukte mit BNSM gekennzeichnet werden. Die BO Milch kann Kontrollen und Verifizierungen veranlassen. Bei Verstössen kann die BO Milch dem Verarbeiter die Kennzeichnungsberechtigung entziehen.

7.      Schlussbestimmungen

7.1      Gerichtsstand

Im Falle von Streitigkeiten aufgrund dieses Reglements gilt der Gerichtsstand Bern.

7.2      Reglementsanpassungen

Die Geschäftsstelle der BO Milch informiert über Reglementsanpassungen durch die Delegiertenversammlung. Die Anwender und Betroffenen sind verpflichtet, innerhalb einer vorgegebenen Frist die erforderlichen Massnahmen zu treffen, um den neu geltenden Anforderungen zu genügen.

7.3      Inkraftsetzung

Dieses Reglement wurde von der Delegiertenversammlung der BO Milch am 2. Mai 2019 genehmigt und tritt am 1. September 2019 in Kraft.

 

Bern, 2. Mai 2019

 

Der Präsident:                                                              Der Geschäftsführer:

 Peter Hegglin                                                               Stefan Kohler

Anhang 1: Begriffe und Abkürzungen

Begriff

Anerkannte QS-Programme Tierhaltung

 

QS-Programme (QM-Schweizer Fleisch, IP-Suisse, Bio-Suisse-Knospe) sind Qualitätssicherungssysteme, die von privaten Organisationen geführt werden. Sind die Anforderungen BNSM auf der Stufe der Milchproduktion in den Programmen für die Tierhaltung enthalten und werden diese kontrolliert, können sie für BNSM-Milch und -Milchprodukte als Grundlage anerkannt werden.

Halbfabrikate

(gemäss Art. 2,

Bst. j LGV)

Erzeugnisse, die nicht zum unmittelbaren Konsum bestimmt sind und zu Lebensmitteln verarbeitet werden sollen.

Lebensmittel

Nahrungs- und Genussmittel im Sinne von Art 3 LMG exkl. Tabak und anderen Raucherwaren

Massenbilanz

Auch Mengenbilanz oder Aequivalenzprinzip genannt. Die Massenbilanz, welche die Erstmilchkäufer und die Verarbeiter führen, garantiert, dass bei jedem BNSM-Produkt ensprechend mit den BNSM-Anforderungen produzierte Milch gekauft wurde. Die Warenflüsse werden nicht getrennt.

Das Pendant ist das der getrennte Warenfluss (Trennmodell), bei dem 100 Prozent des entsprechenden Rohstoffs im Produkt enthalten sein muss.

Erläuterndes Beispiel: www.youtube.com/watch?v=j0ywKaTC_LA

Produktionskette

Der ganze Weg eines Produktes, vom Rohstoff über die Verarbeitung bis hin zum Endprodukt.

Produktionsstufen:

—        erste

—        zweite

—        weitere

 

Produktion im Sinne der Urproduktion von Milch

Verarbeitung und Fertigung (z.B. Konsummilch, Käse, Rahm)

Herstellung von Lebensmitteln mit Milchproduktekomponenten

Qualitätsmanagementsystem

Regelungen in einer Organisation, die geeignet sind, die Qualität von Produkten (und Dienstleistungen) sicherzustellen.

Zutaten

(Art. 3 LMG)

Zutaten sind Lebensmittel, die andern Lebensmitteln zugesetzt werden oder aus denen ein Lebensmittel zusammengesetzt ist sowie Zusatzstoffe.

 

Abkürzungen

AGIS

Das agrarpolitische Informationssystem AGIS ist ein zentrales Instrument für die Oberkontrolle im Bereich der Direktzahlungen, dient der Schaffung von Transparenz bezüglich der entrichteten Direktzahlungen und der Evaluation und Weiterentwicklung der Agrarpolitik. Es funktioniert zusätzlich als Drehscheibe für eine koordinierte und harmonisierte Benutzung der administrativen Daten zu den landwirtschaftlichen Betrieben primär auf Bundesebene.

BLW

Bundesamt für Landwirtschaft

BNSM

Branchenstandard Nachhaltige Schweizer Milch

BO Milch

Branchenorganisation Milch

BTS

Frewilliges Programm des Bundes für besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme gemäss Art. 72ff der Direktzahlungsverordnung (SR 910.13)

DB Milch

dbmilch.ch enthält Daten über die Milchproduktion und die Milchprüfung in der Schweiz. Betreiber der Datenbank ist die TSM Treuhand GmbH. Gemeinsam mit den meldepflichtigen Milchverwertern und Produzenten sorgt sie für die termingerechte und vollständige Datenerfassung.

www.dbmilch.ch/

DZV

Direktzahlungsverordnung (SR 910.13)

MSchG

Bundesgesetz über den Schutz von Marken und Herkunftsangaben
(SR 232.11)

ÖLN

Freiwilliges Programm des Bundes Ökologischer Leistungsnachweis gemäss Anhang 1 der Direktzahlungsverordnung (SR 910.13).

RAUS

Freiwilliges Programm des Bundes für regelmässigen Auslauf ins Freie gemäss Artikel 72ff der Direktzahlungsverordnung (SR 910.13).

TAMV

Tierarzneimittelverordnung (SR 812.212.27)

TSM

TSM Treuhand GmbH

tsmtreuhand.ch

 

Anhang 2: Warenflussschema und Nachweise

Aus der nachstehenden Grafik sind der Warenfluss bei Milch und Milchprodukten sowie die Nachweise über die Einhaltung der Anforderungen ersichtlich.

Legende

  • dünne Linien und Kästchen:        Milch oder Produkt ist nicht zertifiziert
  • fette Linien und Kästchen:           Milch oder Produkt ist zertifiziert

 

    Nachweis Milchproduzent über die Einhaltung der Anforderungen über die DB Milch

‚    Nachweis BNSM für Halbfabrikate direkt an die Verarbeitung erbracht (Anforderungen Stufe Verarbeitung)

ƒ    Zertifikat BNSM

 Die Details sind in der Weisung des Vorstandes «Nachweise und Umsetzung der Anforderungen BNSM» ersichtlich.

 

Anhang 3: Anforderungen an die Milchproduktion

Sämtliche Grundanforderungen sind zu erfüllen. Die Kriterien sind:

Grundanforderung

Basis

Präzisierungen und
Ausnahmeregelungen

Biodiversität mit ÖLN

Teilnahme am ÖLN-Programm oder gleichwertige Regelung

Direktzahlungsverordnung (DZV), insbesondere Anhang 1 (u.a. mindestens 7% der LN mit Biodiversität und 3,5% der LN bei Spezialkulturen; Art. 14 der DZV)

 

RAUS oder BTS

Ausnahme für Betriebe ohne BTS-Stall, die aus zwingenden betrieblichen Gründen nicht am RAUS-Programm teilnehmen können.

Direktzahlungsverordnung (DZV) Artikel 72 bis 76

 

Nachhaltige Futtermittel

Nur Sojaschrot respektive Soja mit Nachhaltigkeitsstandard

Vom Soja-Netzwerk Schweiz anerkannte Standards

Gilt für das Milchvieh

Kein Palmfett und Palmöl als Einzelfuttermittel und als Komponente von Mischfuttermitteln.

Definition wie im Reglement QM-Schweizer Fleisch, seit 1.1.2019 gültig.

Ausnahme Verwendung von kleinen Mengen für das Coating von Futteradditiven sowie Nebenprodukte aus der Nahrungsmittelindustrie, welche Palmfett oder Palmöl enthalten.

Optimierung des Antibiotikaverbrauchs

Kein Einsatz von Antibiotika aufgeführter Wirkstoffgruppen, die nicht auf Vorrat abgegeben werden dürfen:

a)     Cephalosporine 3. und 4. Generation;

b)    Makrolide;

c)     Fluorochinolone.

Ausnahme bei Anweisung des Tierarztes

Tierarzneimittelverordnung (TAMV), Anhang 5

 

Kälberschutz

Mindesthaltedauer Kälber auf Geburtsbetrieb 21 Tage

Branchenregelung der Proviande (Fachinformation der Proviande) in aktueller Fassung

Kalb geht auf Mutter- oder
Ammenkuhbetrieb

Vermeidung der Schlachtung trächtiger Kühe

Einhaltung der Fach-
Empfehlung

Fachinformation der Proviande zur Vermeidung des Schlachtens von trächtigen Tieren der Rindviehgattung in aktueller Fassung.

 

 

Tierschutz an Ausstellungen

Einhaltung der ASR-Richt-
linien an nationalen Ausstellungen

Ausstellungsreglement der ASR in aktueller Fassung.

 

Mindestens zweimal täglich melken, maximales Intervall 14 Stunden während der Laktationszeit

Tierschutzverordnung (TSshV) Artikel 157: Milchvieh in Laktation ist zweimal täglich zu melken.

Bei Ausstellungen nachzu-
weisen.

Namen Kühe

Jede Kuh hat in der TVD einen Namen.

 

 

Zusätzlich müssen zwei Kriterien (Auswahl) der Zusatzanforderungen erfüllt werden:

Zusatzanforderung

Basis

Präzisierungen und
Ausnahmeregelungen

RAUS und BTS erfüllt

Direktzahlungsverordnung (DZV) Artikel 72 bis 76

 

Lebetagleistung

Talgebiet: Mehr als 8 kg als Durchschnitt über die ganze Herde.

Berggebiet: Mehr als 6 kg als Durchschnitt über die ganze Herde.

 

Lebetagleistung:

(Produzierte Milchmenge * Nutzungsdauer)/(Anzahl Milchkuh-GVE * Durchschnittsalter Milchkuh * 365)

 

Kein prophylaktischer Einsatz von Antibiotika bei Milch-
kühen
(z.B. Trockenstellen,
Gebährmuttervorfall, Mortellaro)

 

 

Im Krankheitsfall Anwendung komplementärmedizinischer Methoden wie Homöopathie
oder Pythotherapie

 

 

Soziale Absicherung

Dokumentierte Entlöhnung
Familienarbeitskräfte

 

 

Anerkannter Lehrbetrieb

 

 

Weiterbildung des Betriebspersonals (mindestens ein
halber Tag pro Jahr)

 

 

Schule auf dem Bauernhof (mindestens 1 Mal pro Jahr)

 

 

 

Mitgeltende Unterlagen in jeweils aktuellster Fassung:

—        Branchenlösung der Proviande für Tränkekälber proviande.ch

—        Fachinformation der Proviande zur Vermeidung des Schlachtens von trächtigen Tieren der Rindviehgattung proviande.ch

—        Ausstellungsreglement der ASR asr-ch.ch

Anhang 4: Anforderungen an die Verarbeitung

Jeder Verarbeiter verfügt nachweislich über ein aktuelles, auditiertes Nachhaltigkeitsmanagementsystem, eine -analyse, ein -bericht oder über einen anerkannten Nachhaltigkeits-Self-Check. Hersteller von mit der BNSM-Kennzeichnung ausgelobtem Käse halten zusätzlich den Branchenkodex «Zusatzstoffe Käse» ein.

Anforderung

Präzisierung

Nachaltigkeitsmanagement-
system

Anerkannte Systeme sind:

Nachhaltigkeitsanalyse
Externe quantitative Bewertung, Ziele vorgegeben

Nachhaltigkeitsbericht
Externe Beurteilung formell, nicht quantitativ

Selbsteinschätzung

Branchenkodex der Schweizer Käsebranche und Käse ohne Zusatzstoffe

Es gelten die Richtlinien der Schweizer Käsebranche gemäss Bestimmungen auf schweizerkaese.ch

 

 

 

 

Anhang 5: Abgeltung BNSM

Der Zuschlag für sämtliche Molkereimilch des A-Segments, die den Branchenstandard Nachhaltige Schweizer Milch erfüllt, beträgt für den Produzenten 3 Rappen pro Kilo. Im Richtpreissystem der BO Milch wird dieser Zuschlag explizit abgebildet.

Der Zuschlag wird auf der Milchgeldabrechnung des Erstmilchkäufers separat ausgewiesen.

Mit Molkereimilch ist in diesem Zusammenhang die nicht verkäste Milch sowie die zur Herstellung von Käse verarbeitete Silomilch jeweils aus dem A-Segment gemeint.

190502_Reglement_BNSM.pdf

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