Die Rindviehbranche nimmt die Reduktion der Klimagasemissionen in Angriff

20.01.2022

Die Landwirtschaft verursacht 14 Prozent der Treibhausgasemissionen der Schweiz. Je nach Berechnung werden drei Viertel davon der Rindviehhaltung zugeschrieben. Um das Potenzial zur Senkung dieses Anteils bestmöglich auszuschöpfen, haben die beiden Branchenorganisationen Proviande und BO Milch die Beratungsorganisation Agridea damit beauftragt, die wirkungsvollsten Massnahmen aufzuzeigen. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Die Treibhausgasemissionen der Schweiz betragen jährlich 46 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente (Stand 2019). Davon fallen 14 Prozent in der Landwirtschaft an, heisst es im nationalen Treibhausgasinventar des Bundesamts für Umwelt. Gemäss Agroscope stammen drei Viertel davon vom Rindvieh. Es fällt hauptsächlich als Methan an, das bei der Verdauung im Magen der Wiederkäuer entsteht. Vor diesem Hintergrund haben die Branchenorganisationen Proviande und BO Milch Agridea beauftragt, eine Studie zu verfassen, die einen umfassenden Überblick darüber bietet, in welchen Bereichen welche Massnahmen die stärkste Wirkung zeigen. Die Ergebnisse weisen vier grosse Hebel aus.

Verbessertes Hofdüngermanagement und methanhemmende Futtermittelzusätze

In der Studie wird das Reduktionspotenzial eines verbesserten Hofdüngermanagements auf rund 30 Prozent geschätzt. Die Stickstoffausnützung aus Hofdüngern könnte durch geeignete Massnahmen von heute 60 auf 65 Prozent erhöht werden. Auch die Vergärung in Biogasanlagen oder die Ansäuerung von Hofdünger würden die Emissionen reduzieren. Ähnlich effektiv liessen sich die Treibhausgasemissionen aus der Rindviehhaltung mit methanhemmenden Futterzusätzen senken.

Effizienzsteigerung durch Nutzungsdauer und Züchtung

Als dritter wichtiger Bereich wird in der Studie die Effizienzsteigerung der Rindviehhaltung angeführt. Dazu gehört eine Leistungssteigerung bei den Milchkühen und eine verlängerte Nutzungsdauer der Milch- und Mutterkühe. Ein namhaftes Reduktionspotenzial wird ebenfalls der Züchtung des Rindviehs auf eine hohe Futtereffizienz mit gleichzeitig tiefen Methanemissionen zugeschrieben.

Die Ergebnisse der Studie zeigen damit Möglichkeiten auf, wie in der die Rindviehhaltung die Emissionen weiter reduziert werden können. Für die Milch- und Fleischbranche gilt es, bei den aufgezeigten Möglichkeiten Zielkonflikte zu vermeiden. Massnahmen, die auf Kosten des Tierwohls gehen, sind wenig sinnvoll. Als ebenso wenig sinnvoll erachtet es die Branche, den Klimaschutz im Ausland zu «erkaufen», indem die Produktion im Inland reduziert und durch entsprechende Importprodukte ersetzt wird.

Im Sinne der Qualitäts- und Mehrwertstrategie der Land- und Ernährungswirtschaft werden nun die Branchen die Massnahmen auf ihre Umsetzbarkeit prüfen. Die Rindviehwirtschaft will Verantwortung übernehmen, auch wenn ihr bewusst ist, dass sie nur einen kleinen Beitrag zur Lösung des globalen Klimaproblems leisten kann. Für sie ist jeder Beitrag an die Emissionsminderungen wertvoll für den Klimaschutz.

Für Rückfragen

Proviande: Heinrich Bucher, Direktor, 031 309 41 16 / 079 679 51 55

BO Milch: Stefan Kohler, Geschäftsführer, 031 381 71 11 / 078 828 18 58

Medienmitteilung

Abbildung

https://www.agridea.ch/de/themen/klimawandel/

 

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