BO Milch prüft Massnahmen zur Drosselung der Milchproduktion
09.07.2026
Es zeichnet sich trotz momentaner Hitze und Trockenheit keine Entspannung im Milchmarkt ab. Die Situation mit Milchüberschüssen ist anhaltend und unverändert prekär. Spätestens ab Herbst sind daher Massnahmen zur Drosselung der Produktion notwendig. Am 2. Juli hat die neue Kommission «Marktanalyse Milchbranche und Massnahmen» ihre Arbeit aufgenommen. Die Kommission wird in den kommenden Wochen verschiedene Optionen zur Reduktion der Milchproduktion prüfen.
Die Milchproduktion in der Schweiz ist nach wie vor sehr hoch und wird dies auch noch längere Zeit bleiben. In den ersten vier Monaten 2026 sind gegenüber dem Vorjahr 5,0 % mehr Milch produziert worden, was die Verarbeitungskapazitäten an die Belastungsgrenze brachte und weiterhin bringt. Weil auch die Gehalte an Milchfett und Milchprotein deutlich über den Werten des Vorjahres lagen, sind die Butterlager mit derzeit über 7000 t sehr hoch. Diese hohe Lager bestehen trotz Entlastungsexporten im Umfang von bisher über 5000 t Butteräquivalente in Form von Butter und Rahm.
Die seit Mitte Juni bestehende Hitze und die anhaltende Trockenheit hat die Milchproduktion zwar in den letzten Tagen etwas abgedämpft. Die Versorgung ist aber nach wie vor sehr gut. Es wird vor allem ab dem Herbst wieder mit einem deutlichen Marktungleichgewicht gerechnet, falls keine Drosselung der Produktion erfolgt. Daher sind Massnahmen unabdingbar.
Eine vom Vorstand der BO Milch neu eingesetzte Kommission «Marktanalyse Milchbranche und Massnahmen» hat an ihrer Sitzung vom 2. Juli die Arbeit aufgenommen. Sie hat zunächst eine umfangreiche Auslegeordnung gemacht mit einer kurz- und langfristigen Beurteilung der Situation. Auf dieser Basis wird die Kommission in den kommenden Sitzungen über Massnahmen sprechen. Dabei wird die verbesserte Nutzung der Verarbeitungs-Kapazitäten ebenfalls ein Bestandteil zur Abfederung des Problems sein. Gleichzeitig will die Milchbranche alle Möglichkeiten ausschöpfen, um dem Importdruck zu begegnen, damit mehr Wertschöpfung aus Schweizer Milch hergestellt und die Importe zurückgedrängt werden.
Im Zentrum stehen aber Massnahmen, damit weniger Milch produziert wird. Eine höhere Verbindlichkeit durch verpflichtende Massnahmen und mehr Transparenz stehen zur Diskussion. Für die Kommission bleibt dabei das bereits bestehende Instrument der Segmentierung im Vordergrund. Dieses soll gestärkt werden. Es ist also damit zu rechnen, dass ab Herbst ungestützte C-Milch zum Thema wird.
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