Der Vorstand spricht sich für weitere Marktsignale gegen dramatische Überproduktion aus

13.01.2026

Die Milchproduktion blieb in den vergangenen Wochen trotz Marktmassnahmen deutlich über den Werten des Vorjahres. Die Milcheinlieferungen lagen im Dezember 2025 nach wie vor bis zu 10 % über dem Vorjahr. Viel Milch fliesst deshalb in Regulierprodukte, tiefpreisige C-Milch ist zur Marktrealität geworden. Die Verarbeitungskapazitäten stossen nun aber an ihre Grenzen. Es droht ein Szenario, in dem nicht mehr alle Milch verarbeitet werden kann. Die BO Milch empfiehlt daher als weitere Marktmassnahme, im Fall von hohen Überlieferungen die Milch zu einem noch tieferen Preis zu handeln. Zudem ruft die BO Milch den Detail- und Grosshandel dazu auf, in den kommenden Monaten Schweizer Milchprodukte bevorzugt zu verkaufen. 

Die BO Milch stellt fest, dass die Milchproduktion derzeit viel zu hoch ist. Die Einlieferungen lagen im Dezember bei der Molkereimilch bis zu 10 % über den Vorjahresmengen. Es handelt sich bei dieser Milch teilweise um Mengen aus der generellen Mehrproduktion aufgrund der ausgezeichneten Futterqualität und teilweise um Überschussmilch aus der gewerblichen Käseproduktion.

Trotz grossen Bemühungen bei den Milchverarbeitern für erhöhte Verarbeitungskapazitäten und trotz bereits beschlossenen Massnahmen bleiben die Milcheinlieferungen derzeit zu hoch. Die bisherigen Massnahmen beinhalten tiefpreisige C-Milch, abgestufte Preismodelle und diverse Aufrufen zur Minderproduktion. Die Bremswirkung ist aber zu gering. Die Schweizer Milchindustrie teilte mit, dass für die Übermengen für die kommenden Wochen nicht mehr genügend Verarbeitungskapazitäten zur Verfügung stehen, weil die Lager voll sind und dringende Revisionsarbeiten durchgeführt werden müssen.

Zusätzlich zu den bereits eingeführten Massnahmen sollen deshalb bei anhaltender Überlieferung deutlich tiefere Milchpreise bezahlt werden. Konkret empfiehlt die BO Milch dringend, ab Stufe Erstmilchkauf bei einer Überlieferung ab 105 % der monatlichen Vorjahresmilchmenge den Preis für diese Mehrmengen auf deutlich unter den aktuellen ungestützten C-Richtpreis festzulegen.

Diese Empfehlung hat der Vorstand der BO Milch heute verabschiedet. Die Empfehlung ist gültig ab 1. Februar 2026 bis voraussichtlich Ende Mai 2026 und gilt auf Stufe Milchproduzent. Jeder Erstmilchkäufer kann strengere Vorgaben oder Bestimmungen gegen Härtefälle definieren.

Ein drastisches kurzfristiges Eingreifen ist notwendig. Die Milchproduktion muss auf Stufe Milchproduzent unmittelbar und deutlich reduziert werden, um so rasch wie möglich auf die monatliche Vorjahresmilchmenge zurückzukehren. Als weitere Massnahme ruft die BO Milch den Detail- und Grosshandel dazu auf, die Branche zu unterstützen, indem der Anteil der Schweizer Milchprodukte beim Verkauf erhöht wird. Ein entsprechendes Schreiben wird den Händlern zugestellt.

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Für Rückfragen:
Peter Hegglin, Präsident BO Milch, 079 743 48 19
Stefan Kohler, Geschäftsführer BO Milch, 031 381 71 11 / 078 828 18 58

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