Der Vorstand zieht klare Schlüsse aus der aktuellen Situation
03.03.2026
Die Milcheinlieferungen lagen im Dezember und Januar bei bis 10 % über dem Vorjahr. Das im Januar gesetzte Marktsignal scheint nun aber Wirkung zu entfalten. Die extrem hohe Milchproduktion der vergangenen Wochen beginnt in diesen Tagen etwas zurückzugehen und nähert sich derzeit einem Plus von 5 %. Nach wie vor sind die Einlieferungen über den im normalen Markt absetzbaren Mengen, sodass der Vorstand an seiner Sitzung vom 25. Februar sich für eine weitere Reguliermenge entschieden hat. Zu den bereits beschlossenen 3530 t Butterexporten kommen noch 1325 t dazu.
Der Vorstand der BO Milch hat sich an seiner ordentlichen Sitzung vom 25. Februar intensiv mit der aktuellen Situation im Milchmarkt auseinandergesetzt. Ausgangspunkt der Diskussion war die Feststellung, dass die Milchproduktion in der Schweiz im Dezember 2025 und Januar 2026 rund
10 % über dem Niveau der Vorjahresperiode lag. 2025 lag die Schweizer Milchproduktion insgesamt bei 3433 Mio. kg, 2.8 % mehr als im Vorjahr. Die daraus resultierende Mehrmenge von rund 100 Millionen Kilogramm Milch kann nicht über die üblichen Absatzkanäle vermarktet werden und muss daher dem Reguliermarkt zugeführt werden. Zwar geht die Überproduktion dank der auf den 1. Februar 2026 eingeführten Marktmassnahme zurück, dennoch ist auch in den kommenden Monaten weiterhin mit Mehrmengen gegenüber dem Vorjahr zu rechnen. Gleichzeitig liegt das Butterlager trotz der beschlossenen Entlastungsmassnahmen um 2000 bis 3000 Tonnen über dem normalen Wert. Hinzu kommt, dass die für die Regulierung bestimmte Milch nicht gleichmässig auf die verschiedenen Marktakteure verteilt ist, weshalb eine Stützung der Reguliermilch zu einer gewissen Solidarisierung innerhalb der Branche führt.
Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand beschlossen, weitere Stützungsgelder aus dem Fonds Regulierung freizugeben. Diese Mittel werden für die Exportstützung von zusätzlichen
1325 Tonnen Butter aus C-Milch eingesetzt, wobei die Exporte bis spätestens 30. September 2026 erfolgen müssen. Damit beläuft sich die Gesamtmenge der Exportstützung in der laufenden Kampagne auf 2000 Tonnen Rahm und 4855 Tonnen Butter. Insgesamt sollen dafür rund
24 Millionen Franken aus dem Fonds Regulierung aufgewendet werden. Diese Gelder kommen den Milchproduzenten zugute, die ihre Überschussmilch als C-Milch verkaufen.
In seiner Analyse des Milchmarkts ist der Vorstand auch auf die aktuelle politische Diskussion rund um die hohe Überproduktion eingegangen. Es sind die exzellenten Witterungsbedingungen, die im vergangenen Jahr dazu geführt haben, dass ohne zusätzliche Einflussfaktoren mehr Milch gemolken wurde. Die BO Milch warnt deshalb vor übermässigem politischem Aktivismus und betont, dass der Milchmarkt grundsätzlich robust ist. So ist der Veredelungsverkehr von Butter und Milchpulver im Jahr 2025 zurückgegangen, der Käseaussenhandel weist ausgeglichene Import- und Exportzahlen auf, und auch der Absatz von Molkereiprodukten entwickelt sich erfreulich.
In den kommenden Wochen und Monaten wird sich die BO Milch intensiv damit befassen, die richtigen Schlüsse aus der aktuellen Situation zu ziehen. Der Vorstand hat dazu ein neues Gremium eingesetzt und bereits ein zweitägiges Seminar terminiert. In diesem Seminar werden mögliche Massnahmen zur Abfederung einer mit heute vergleichbaren Situation vertieft diskutiert.
Zudem nahm der Vorstand an der Sitzung vom 25. Februar mit Genugtuung zur Kenntnis, dass ein zentrales Anliegen der Milchbranche von der Politik aufgegriffen wurde. Die Vorschläge des Bundesrats vom 18. Februar gehen aus Sicht der BO Milch in die richtige Richtung: So soll die Zulage für verkäste Milch erhöht werden, und auch an der Absatzförderung im Inland soll festgehalten werden.
Bereits an seiner Sitzung vom 15. Dezember hatte der Vorstand beschlossen, den A-Richtpreis bis Ende 2026 auf 78 Rappen pro Kilogramm festzulegen. Entsprechend war an der Februarsitzung kein neuer Entscheid erforderlich.
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Peter Hegglin, Präsident BO Milch, 079 743 48 19
Stefan Kohler, Geschäftsführer BO Milch, 031 381 71 11 / 078 828 18 58